Bandscheibenproblematik

Welche Hunderasse sonst schreit förmlich nach dem Begriff der Bandscheibenproblematik, wenn nicht der Dackel? Immerhin wurde der Bandscheibenvorfall, also der Discusprolaps, sogar umgangssprachlich mit dem Dackel gekoppelt, weshalb von der "Dackellähme" gesprochen wird.

Durch Verkalkungen in den viskösen Strukturen der Bandscheiben entlang der Wirbelsäule, geht die Elastizität dieser verloren und es kann bei ungünstigen Bewegungen zu einem "Hervorrutschen" oder Vorwölben der Bandscheibenmatrix in den Bereich des Rückenmarkkanals kommen. Durch die Einengung des Rückenmarks und der darin verlaufenden Nerven kommt es zu starken Schmerzen und nicht selten zu Taubheit und Lähmungserscheinungen in den dahinterliegenden Bereichen und Gliedmaßen und dem Schwanz.
Auch die Entleerungsfunktion der Blase und des Darmes kann davon beeinträchtigt sein. 
Kommt es zu Lähmungserscheinungen und/oder Taubheit in den Hintergliedmaßen gibt es in den meisten Fällen keine Option der konservativen Behandlung mehr, es muss operiert werden, und zwar zeitnah!
Leidet der betroffene Hund "nur" an starken Schmerzen, sollte trotzdem eine bildgebende Diagnostik (CT oder MRT, ggf. mit Kontrastmittel) die Diagnose sichern. Ein Röntgenbild allein reicht leider nicht aus, da es sich bei den Bandscheiben und auch dem Rückenmark nicht um knöcherne Strukturen handelt, welche man im Röntgen darstellen könnte. 

Ob man sich für eine operative Versorgung oder konservative Behandlung entscheidet muss in jedem einzelnen Fall individuell mit dem behandelnden Tierarzt:in abgesprochen werden. Sicher ist aber, dass es ein langer Prozess ist, an dessen Ende nicht immer eine Heilung steht. 

Ohne eine Rasse diskriminieren zu wollen, sind Rassen mit langem Rücken und kurzen Beinen, wie etwa der Dackel, Basset Hound, Pekinese etc. besonders gefährdet, an einem Bandscheibenvorfall zu erkranken. Doch nicht allein die Rassedisposition entscheidet über den "Vorfall". 
Bewegungsmangel, falsche Bewegungen und Überbelastungen des Rückens, Traumata und nicht zuletzt Übergewicht sind weitere Risikofaktoren für einen bandscheibenvorfall.



Wenn's im Rücken zwickt

Entgegen der Angaben des Herstellers Zoetis ist ein Medikament bei Primel's Rückenschmerzen wirksam, welches ursprünglich für osteoarthrose-bedingte Schmerzen beim Hund entwickelt wurde. 

Es wird einmal monatlich gespritzt

Die Nebenwirkungen beschränken sich laut Hersteller auf Reaktionen an der Einstichstelle. Wir haben da bisher kein Problem. 


Da es verschreibungspflichtig ist, darf dafür keine freie Werbung* gemacht werden, euer Tierarzt wird aber wissen um was es geht, wenn ihr die Stichworte nennt.



*unbezahlte Werbung von mir

Forschungsprojekt zur Bandscheibengesundheit 

des Deutschen Teckelklubs 1888 e. V.


Wir haben mitgemacht!

Primel war die erste meiner drei Dacklings: Ab einem Alter von 24 Monaten ist es möglich im Rahmen des Bandscheiben-Forschungsprojekts des Deutschen Teckelklubs 1888 e. V. (DTK) Röntgenbilder der gesamten Wirbelsäule speziell fachlich auswerten zu lassen. Dabei lässt man sich vom DTK die Formulare zusenden, macht einen Termin zum Röntgen der Wirbelsäule in Narkose bei seinem Tierarzt/seiner Tierärztin und lässt die Bilder samt ausgefüllter Formulare und Kopie der Ahnentafel zur Befundung an das Dysplasie Zentrum Gießen GbR
Dr. Bernd Tellhelm, Dr. Nele Eley (geb.Ondreka), Dr. Kerstin von Pückler senden. 

Die Kosten für die Narkose und Röntgenaufnahme trägt dabei der Halter und die Kosten der Auswertung übernimmt der DTK. 
Sicherlich mag jetzt der ein oder andere denken "den gesunden Hund extra in Narkose legen, nur für eine Studie, das ist nicht verhältnismäßig." 
Ja, das mag sein, aber wenn man ohnehin eine Untersuchung oder Behandlung in Narkose vornehmen lassen muss, beim Dackel sind es ja meist Zahnsanierungen, warum dann nicht auch gleich etwas für die Wissenschaft tun?

Bei Primel war es der Fall, dass ohnehin ein Zahnröntgen anstand, da sie fragwürdigen Mundgeruch ausdünstete. Und da eine Zahnstatuserhebung am wachen Hund nunmal nicht möglich ist, hatten wir gleich zwei Gründe für die Narkose.

Primel ist mein kleiner "Gummi-Dackling". Keiner kann mit so rundem Rücken sitzen, wie sie, weshalb ohnehin die Vermutung im Raume stand, dass in ihrer Wirbelsäule etwas anders ist.
Bei der Auswertung durch das Dysplasiezentrum Gießen kam heraus, dass sie bereits im Alter von 2 Jahren drei Verkalkungen in den Bandscheiben hat: Im Bereich 5. Halswirbel , 7. Halswirbel, 11. Brustwirbel (und Außerhalb des Auswertungsbereiches: im Schwanzbereich).

Primel geht aus diesem Grund schon jetzt regelmäßig zur Physiotherapie, macht zu Hause Muskelaufbauübungen und ich achte sehr auf ihr Gewicht.

Ob und wenn, wann sie Probleme mit diesen Verkalkungen bekommt, ob es mehr werden, ob sie stabil bleiben, steht alles in den Sternen. Wichtig finde ich aber das Wissen und auch das Bewusstsein darum! Der Dackel ist eine Rasse mit "Sollbruchstelle", die Rassedisposition Rücken ist nicht abzusprechen und deshalb würde ich mir wünschen, dass viele Dackel an dem Forschungsprojekt teilnehmen.